Schaumwein ist im Grunde genommen ein Sammelbegriff für schäumende
Weine mit einem bestimmten Anteil an Kohlensäure. Verschiedene Herstellungsverfahren
wirken sich auf die Menge der Kohlensäure im Endprodukt aus. Der Begriff
"Schaumwein" ist an sich noch kein Qualitätssiegel. Qualitäts-Schaumwein
muss allerdings nach dem EU-Weingesetz bestimmten Anforderungen genügen.
Sekt
Im Gegensatz zum Champagner erfolgt die zweite Gärung beim Sekt häufig
in Stahltanks. Im sogenannten Drucktank-Verfahren wird der Wein nach Zusatz
von Zucker und Hefe gegoren. Er wird dabei auch eine gewisse Zeit lang
auf der Hefe belassen.
Von dort aus wird der fertige Sekt ebenfalls unter
Hochdruck filtriert, damit er seine natürliche Kohlensäure nicht verliert.
Anschließend wird der Sekt auf Flaschen gefüllt.
Mit diesem Verfahren
ersparen sich die Hersteller das aufwändige Rütteln (Remuage) sowie die
Entfernung des Hefeansatzes (Dégorgement), wie man es vom Champagner her
kennt. Auch beim Verschnitt gibt es Unterschiede zwischen Sekt und Champagner.
Champagner
Die Herstellung von Champagner ist unglaublich aufwändig und kompliziert! Dies erklärt auch den ungleich höheren Preis im Vergleich zu Sekt.
Sofort nach der Lese im Herbst werden die reifen Trauben gekeltert, um den wertvollen Traubensaft zu liefern. Das Keltern bzw. Pressen ist eine vorsichtige und langsame Prozedur, damit sichergestellt werden kann, dass die Qualität des Traubensaftes erhalten bleibt. Die farbtragende Beerenhaut darf hierbei nicht verletzt werden, da sich ansonsten der weiße Traubensaft verfärben könnte.
Nach dem Pressen werden die Moste in Gärbehältern geklärt. Die immer noch stillen Weine werden vom Bodensatz getrennt.
Auch beim Champagner gibt es eine Vermählung: Weine werden klassifiziert und aufeinander abgestimmt. Diese Arbeit erfordert von den Önologen und Kellermeistern feinste Nasen ;-)))
Bei der Abfüllung werden die Cuvées in Flaschen gefüllt und waagerecht gelagert. Ab nun spielt Zeit eine wichtige Rolle! Denn nun setzt die zweite Gärung ein. Die zugefügten Hefen setzen Aromen frei. Die zweite Gärung wird auch das Kernstück der Champagnerentwicklung genannt.
Gegen Ende des Reifungsprozesses werden die Weine ein letztes Mal geklärt. Die Flaschen werden dazu in nach unten geneigte Form gebracht und in regelmäßigen abständen gerüttelt.
Das Dégorgement, also die Entfernung des Heferückstands aus der Flasche, sowie die anschließende Dosage bilden den Abschluss der Champagnerherstellung. Die Flasche wird verkorkt und liegt weitere vier Monate ruhig, bis sie ausgeliefert werden kann.
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